Steuer-/ Steuerstrafrecht

Das Steuerstrafrecht kann grundsätzlich jeden betreffen. Wenn die Steuerfahndung ein Unternehmen prüft, werden viele Transaktionen mit Lieferanten oder Geschäftspartnern überprüft und gegebenenfalls ein Ermittlungsverfahren im Steuerstrafrecht eingeleitet.

Das Steuerstrafrecht umfasst die steuerlichen Bereiche der Einkommensteuer, der Lohnsteuer, der Sozialversicherung, der Umsatzsteuer, der Vorsteuer, der Körperschaftsteuer, der Schenkungsteuer bzw. der Erbschaftsteuer sowie eine Reihe anderer Steuern.

Folgende Straftaten fallen neben vielen anderen unter das Steuerstrafrecht:

  • Erfundene oder privat veranlasste Werbungskosten
  • Nicht angegebene Einnahmen: Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit als Arbeitnehmer oder bei Vermietung und Verpachtung
  • Nicht angegebene Betriebseinnahmen bei Einkünften aus selbständiger Tätigkeit oder aus einem Gewerbebetrieb
  • Scheinrechnungen
  • Schwarzgeldkassen (auch unterlassene Nachmeldung von geerbtem Schwarzgeld)
  • Strohmann-Geschäfte
  • Vorsteuer über eine Scheinfirma

Das Strafmaß für eine Steuerhinterziehung hängt von der Höhe der hinterzogenen Steuer und der Art der betroffenen Steuer ab. Kommt bei einer Steuerhinterziehung eine Urkundenfälschung hinzu, erhöht sich die Strafe drastisch.

Wenn Sie eine Erbschaft gemacht haben sollten und entdecken, dass Sie mit dem Nachlass auch Schwarzgeld geerbt haben, so sind Sie verpflichtet (auch der Testamentsvollstrecker oder der Nachlaßverwalter), dies ohne schuldhaftes Zögern dem Finanzamt anzuzeigen und die Erblasser-Steuererklärung zu berichtigen.

Straftaten im Steuerstrafrecht verjähren bereits nach fünf Jahren nach Steuerbescheid-Zugang. Die Verjährung im Steuerrecht für Steuernachforderungen wegen vorsätzlicher Steuerhinterziehung hingegen beträgt ganze zehn Jahre, wobei sechs Prozent Zinsen ab Fälligkeit hinzukommen.

Wichtig: im Steuerstrafrecht ist eine strafbefreiende Selbstanzeige (Nachmeldung) möglich. Wenn eine Steuerhinterziehung noch nicht entdeckt und eine Betriebsprüfung noch nicht begonnen wurde, können Sie mit einer Nachmeldung und der vollständigen Zahlung der ausstehenden Steuerschuld eine Strafbefreiung erlangen. Wenn Sie in den eingangs erwähnten Beispielsfällen oder sonstigen Situationen eine strafbefreiende Selbstanzeige machen möchten, beraten wir Sie vorher mit einem fachkundigen Rechtsanwalt, um die leider häufigen typischen Fehler zu vermeiden.

Grundsätzlich gilt: Als Beschuldigter haben Sie das Recht, die Aussage zu verweigern und einen Anwalt hinzuzuziehen. Sprechen Sie bei einem Steuerstrafverfahren mit einem fachkundigen Rechtsanwalt, der Sie als Verteidiger vertritt. Machen Sie bei einem Ermittlungsverfahren keine Aussage ohne vorherige Akteneinsicht durch einen Rechtsanwalt. Steuerberater sind als Verteidiger in Steuerstrafverfahren in der Regel weniger geeignet. Die Zusammenarbeit zwischen einem Steuerstrafverteidiger und einem Steuerberater gewährleistet jedoch eine äußerst effektive Strafverteidigung.

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